NecroSlaughter - Anal Carnage / Vaginal Cadaver – 2 Ways Of Sadistic Intents

Ein Split-MP3-Release von Bands mit schmackhaften Namen wie ANAL CARNAGE oder VAGINAL CADAVER, wenn da mal nicht dem koprophagen Gourmet das Wasser im Munde zusammen läuft? Doch halt, keine vorschnellen Schlüsse! Denn auch, wenn beide Bandnamen stumpfe Fäkalunterhaltung versprechen, gibt es nicht ganz den typischen Perverso-Porngrind auf “2 Ways Of Sadistic Intents“!

Den Start legen ANAL CARNAGE hin, von der Stückzahl zwar mit dem kleineren Teil, aber von der Spielzeit durchaus gleichberechtigt zu VAGINAL CADAVER. Die Sound-Qualität ist stellenweise zwar schon fast so etwas wie eine Zumutung. Inhomogen übersteuert der permanent viel zu weit in den Vordergrund gemischte Gesang an vielen Stellen und macht ein lautes Hören der Split-Hälfte schwer möglich. Den “Gesang” etwas leiser und die restlichen Instrumente etwas lauter und alles wäre in bester Ordnung.
Musikalisch überzeugen ANAL CARNAGE mich als ollen Death Metal Fan mit ihrem oldschool Florida-Einschlag recht schnell! Einige Stellen klingen sehr nach alten Cannibal Corpse auf Speed, plus der obligatorischen Priese Grind. Vielleicht nicht so ausgeklügelt, wie seinerzeit die guten alten Gorerotted diese Mischung hinbekommen haben, aber was nicht ist, kann ja noch werden – auch wenn diese Aussage ziemlich optimistisch ist, von einer “Mutilated In Minutes” sind ANAL CARNAGE definitiv noch weit entfernt!
The Taste Of Her Lips“, “Nekro-Mantik Pleasures” oder “The Wailing And The Gnashing Of Teeth” lohnen auf jeden Fall das Reinhören in die erste Hälfte der Split.

Als nächstes schicken VAGINAL CADAVER neun Songs ins Rennen, die mit gut 22 Minuten die Spielzeit von ANAL CARNAGE gerade mal um drei Minuten übersteigt. Direkt mit dem Opener “Bukkake Bottom” wird die etwas andere Marschrichtung der Band im Vergleich zu ihren Split-Partnern deutlich: Stöhnen und relativ genre-typisches Riffing stimmen den Hörer auf eine “erotische” Zeit ein. Hier scheint das genaue Gegenteil zu ANAL CARNAGE das Problem zu sein, der Gesang ist etwas zu sehr in den Hintergrund gerückt. Aber im Gesamtbild wirkt dieser Mix deutlich homogener.
Positiv fällt direkt der sehr groovy programmierte Drumcomputer auf, der stellenweise verdammt coole Beats spielt! “Whats Up Pussy” oder “Bat Country” rocken dadurch nochmal richtig! Ebenfalls ist die Verwustung von Michael Jacksons “Beat It” in “Black To White” eine sehr nette Idee, die auf jeden Fall im Ohr bleibt. Doch auch in den eigenen Nummern kann VAGINAL CADAVER nette Ideen zeigen und überzeugt mit “More Cock Hurts“. Der Rest ist – besonders im Vergleich zum Split-Partner – zwar immer nett, aber irgendwie fehlen ein paar Nummern, die den Hörer aus den Latschen hauen!

Im Vergleich zu vielen anderen Gore- und Porngrind-Bands zeigen beide Bands dieses modernen Split-Mediums deutliche Stärken. Abwechslungsreichtum ist an vielen Stellen geboten. Doch richtig umwerfende Songs fehlen beiden Bands noch. Gewinner dieser Split ist auf jeden Fall ANAL CARNAGE, die mit ihrem dicken oldschool Death Metal Schlag eine dicke Nummer mehr Tiefe in ihre Songs bekommen haben. Dennoch sollte sich der geneigte Fan des perversen Krachs ruhig mal die Zeit nehmen und in “2 Ways Of Sadistic Intents” rein hören, denn das Album wird von den Bands zum kostenlosen Download angeboten: www.archive.org/details/AnalCarnageVaginalCadaver-2WaysOfSadisticIntents2009

 

by NecroSlaughter

 

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